Wichtige strategische Grundlagen

Die Gemeinden sind für die grundeigentümerverbindliche Nutzungsplanung zuständig. Um eine qualitätsvolle Innenentwicklung zu erreichen, ist es wichtig, dass die Gemeinden die strategische Entwicklung als Aufgabe der öffentlichen Hand wahrnehmen.


 

Räumliches Siedlungsleitbild: Wohin geht die Reise?

In Zukunft wird eine strategiegeleitete Gemeinde- und Stadtentwicklung, die über die klassischen Planungsaufgaben hinausgeht, immer mehr gefragt sein.
Wenn Gemeinden ihre Entwicklung aktiver steuern wollen, wird empfohlen, dass sie sich nicht ausschliesslich auf passives Reagieren auf Baugesuche und private Sondernutzungspläne beschränken, sondern dass sie die inneren Nutzungspotenziale identifizieren und sich innerhalb von Verwaltung und Politik über die grundsätzlichen Stossrichtungen zur Entwicklung verständigen.

Zu diesem Zweck wird idealerweise ein Siedlungsentwicklungskonzept (oder ein räumliches Leitbild) erarbeitet. Ein solches Konzept oder Leitbild bildet für den Gemeinderat ein wichtiges, strategisches Steuerungsinstrument und bezieht sich auf die langfristigen, räumlichen Entwicklungen eines Gebietsperimeters respektive des gesamten Gemeindegebiets (ca. 20 bis 25 Jahre).

Das Leitbild enthält Aussagen zu Stossrichtungen und Ansätzen für die künftige Entwicklung in den Bereichen Siedlung, Mobilität, Natur und Umwelt und es werden die Raum- und Infrastrukturansprüche aller Politikfelder (z.B. auch Bildung, Gesundheit) eingeschlossen.

+Beispiele aus den Nachbarkantonen

Phasen und Arbeitsschritte

Jeder Innenentwicklungsprozess ist einzigartig und sollte auf die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten in der Gemeinde abgestimmt werden. Es sollte jedoch auf einem klaren und nachvollziehbaren Konzept basieren. Wenn Gemeinden bei Prozessen zur Innenentwicklung den Lead haben, hat sich ein Vorgehen nach folgenden Arbeitsschritten bewährt:

  1. Siedlungsentwicklungskonzept und Innenentwicklungsstrategie erarbeiten
  2. Handlungsbedarf und potentielle Projektvarianten klären
  3. Innenentwicklung als dialogischen Prozess initiieren
  4. Innenentwicklung umsetzen

Die Bausteine müssen nicht zwingend nacheinander realisiert werden und sind je nach Ausgangslage unterschiedlich zu kombinieren.

Für die Arbeitsschritte 1 und 4 stehen bereits erprobte Hilfsmittel und Verfahren zur Verfügung. Bei den Arbeitsschritten 2 und 3 handelt es sich eher um neuartige Ansätze, mit welchen insbesondere komplexe Ausgangslagen wie eine kleinteilige Eigentümerstruktur und Entwicklungsblockaden angegangen werden können.

→ Quelle, weitere Informationen und Hilfsmittel finden Sie auf der Webseite des Netzwerks Innenentwicklung des Kantons Luzern.


 

Wer soll den Lead haben?

Je nach Ausgangslage eignet sich ein bestimmtes Organisationsmodell besonders für die Entwicklung eines Gebiets oder mehrerer Gebietstypen. Die Frage nach dem geeigneten Organisationsmodell hängt stark damit zusammen, um welchen Gebietstyp es sich handelt. Die Wahl des geeignetsten Organisationsmodells hängt ebenfalls von der Konstellation der Grundeigentümerinnen ab. 

→ Mehr Informationen zu den verschiedenen Organisationsmodellen finden sie in dieser Publikation: Schweizerische Vereinigung für Landesplanung VLP-ASPAN (September 2016): Raum & Umwelt - Dossiers zur Raumentwicklung. Bern.


 

Gemeinden im Kanton Schwyz

Die Gemeinden im Kanton Schwyz, welche gemäss kantonaler Raumentwicklungsstrategie im urbanen und periurbanen Raum liegen, sind in Zukunft aufgefordert, vorgelagert an eine Ortsplanung, ein Siedlungsentwicklungskonzept zu erarbeiten. Zudem führt der Kanton mit jeder Gemeinde vor Beginn einer Ortsplanung ein Startgespräch. Bei bereits laufenden Planungen kann dieses fallbezogen während des Prozesses durchgeführt werden. Genauere Informationen dazu finden sich ab Anfang 2018 in der Arbeitshilfe «Ortsplanung: Ablauf und Instrumente». Weitere Arbeitshilfen zur Umsetzung des Richtplans stehen auch ab Anfang 2018 auf der Website des Amts für Raumentwicklung zur Verfügung.

→ Sie können sich auch an den Regionalen Entwicklungsverband REV Ihrer Region wenden und sich über seine Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten informieren.